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Über Tomorrow Instagram
Annika Weßbecher

Annika Weßbecher

Gründerin & Chefredakteurin





Irgendjemand sagte mir einmal, dass ich einen "Ausdruckszwang" hätte, und ich finde, das trifft es nicht schlecht.

Bevor ich mich als junge Erwachsene für ein Modejournalismus-Studium in Hamburg entschied, kritzelte ich schon als Kind wie wild Worte auf Papier: Gedichte, Kurzgeschichten, anderen Kram. Und irgendwann dann eben hauptberuflich im Bereich Lifestyle, Beauty und Mode – bis ich feststellte, dass mir das Leben als Redakteurin nicht die Erfüllung bringt, die ich mir wünsche. Also schreibe ich heute immer noch, nur eben für mich und für euch, und nur noch das, was ich möchte.

Egal ob geschrieben, gesprochen oder gelesen – Worte faszinieren mich. Ich hoffe, mit meinen Worten und meinem Baby TOMORROW auch euch faszinieren zu können.

Artikel von Annika Weßbecher

Cover Dear Diary, Seite 5: Ich bin neu verliebt
11.08.2022
Dear Diary, Seite 5: Ich bin neu verliebt

Alles kam, wie es nicht sollte

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass er vermutlich jeden Morgen zur selben Tasse greift. Dass er seine Zähne nach einem ganz bestimmten Schema putzt. Dass er sich vielleicht in der Dusche immer erst den Brustkorb, dann die Arme, den Bauch und erst zum Schluss Beine und Rücken einseift. Die meisten von uns haben sicherlich sogar eine gewisse Reihenfolge was das Öffnen ihrer Apps angeht, die sie durchscrollen, wenn sie mal wieder die Flucht ins Digitale packt. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere – von großen Entscheidungen bis zu den ganz, ganz kleinen, die sich nahezu nichtig anfühlen. Unser Handeln folgt oft einem Schema F, weil wir Kontrolle lieben. Ein Gerüst, einen Rahmen, ein Auffangnetz, das uns ein Gefühl von Sicherheit und Komfort vermittelt. Aber die Wahrheit lautet wie folgt: Kontrolle ist eine Illusion.

Cover "Was bedeutet Glück für dich?"
01.08.2022
"Was bedeutet Glück für dich?"

Es ist die alte Leier: Schlimme Dinge passieren, das Leben ist eine Sinuskurve, es wird immer erst scheiße, bevor's schön wird, die Welt kann ein furchtbarer Ort sein. Ja – das alles stimmt. Life's a goddamn rollercoaster! Doch während wir in dieser Bahn sitzen, sollten wir's uns so schön wie möglich machen. Freude in den kleinen Dingen finden. Fremde anlächeln. Die Extrameile gehen. Den Alltag auch mal romantisieren. Das feiern, was da ist.

Wer die Augen öffnet, sieht: Vieles kann so schön sein.

Und weil wir die Schönheit mit euch teilen wollen, haben wir unsere Leserinnen und Leser danach gefragt, was Glück für sie bedeutet. Apropos schön: Es ist schön, dass es euch gibt. Hat euch das heute schon mal jemand gesagt?

Cover 9 Frauen erzählen, wie sich Endometriose für sie anfühlt
14.01.2022
9 Frauen erzählen, wie sich Endometriose für sie anfühlt

Eine von zehn.

Eine von zehn Frauen leidet an Endometriose. Dabei sind verschiedene Organe von Entzündungen und Zysten befallen ("Endometriose-Herden"), die eine ganze Bandbreite von Symptomen verursachen können: unsägliche Schmerzen während und vor der Periode, beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen. Schwindel bis hin zur Ohnmacht, ein unerfüllter Kinderwunsch. Eine von zehn. Und trotzdem gilt die chronische, nicht heilbare Krankheit als "Volkskrankheit, die keiner kennt". Ich bin gar versucht, zu sagen: "Volkskrankheit, die niemanden interessiert." Wie kann das sein?

Meine Geschichte schrieb ich im letzten Jahr nieder, als die Diagnose endlich kam, für die ich jahrelang kämpfen musste, weil die längste Zeit kein:e Ärzt:in gewillt war, sich ihrer Stellung zu widmen. Das ist jetzt ein gutes halbes Jahr her. Angefreundet habe ich längst nicht mit ihr – angenähert aber schon. Und das vor allem dank zahlreicher Gespräche mit weiteren Betroffenen. Es war traurig und tröstend zu gleich, zu erfahren, wie viele Frauen den gleichen Kampf kämpfen. Traurig, weil die meisten ihrer Geschichten meiner eigenen so sehr ähneln, wenn nicht sogar übertreffen. Und tröstend, weil man sich endlich gehört fühlt.

Ich möchte, dass noch viel mehr Menschen diesen Frauen zuhören. Für weniger Tabu und mehr Sensibilität. Hier erzählen sie, wie sich ihre Endometriose für sie anfühlt.

Cover Dear Diary, Seite 3: Wie komme ich hier raus?
12.12.2021
Dear Diary, Seite 3: Wie komme ich hier raus?

[Triggerwarnung: Dieser Text enthält explizite Beschreibungen einer Panikattacke.]

Atme, denke ich. Alles ist gut. Nichts ist gut, antwortet mein Körper, während irgendwo ganz tief in meinem Bauch ein Gefühl der Unruhe mit gewaltiger Wucht gegen meine Rationalität anzukämpfen versucht. Sei nicht albern, denke ich. Ein Schritt vor den anderen, Rücken gerade, die Schultern einmal ausschütteln. Es wird nicht passieren, ich habe die Lage im Griff. Linker Fuß, rechter Fuß, Blick nach vorne, zielgerichtet, bis ich mein Auto erreiche. Ich fühle mich wahnwitzig, als ich die Tür aufreiße und noch im selben Atemzug hinter mir schließe, als verfolge mich irgendjemand, der in Wahrheit gar nicht existiert. Beide Hände um das Lenkgrad, Stabilität spüren, die Füße in den Boden drücken. Atmen. Ich atme schneller, als ich will. Atme langsamer, Gott verdammt! Mein Herz bricht aus seinem gewöhnlichen Rhythmus aus. Wird schneller und schneller. Das Gefühl in meinem Bauch bahnt sich seinen Weg in meine Brust, droht, sie zu sprengen.

Es passiert doch. Bitte nicht, fleht eine innere Stimme, bitte nicht. Der Rollkragen um meinen Hals legt sich enger. Der Stoff auf meiner Haut verwandelt sich in Millionen kleiner Nadeln. Die Temperatur im Raum steigt. Mein Atem wird zu Hecheln. Der Damm der Tränen bricht. In diesem Moment stoppe ich den Widerstand, gebe mich meiner Panikattacke ganz hin. Was dann passiert, weiß ich nicht. 

Cover Frauen und Männer berichten von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz
07.10.2021
Frauen und Männer berichten von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Sexuelle Anspielungen, aufdringliche Blicke, obszöne Worte oder Gesten, unerwünschte Berührungen – sexuelle Belästigung ist immer, wie soll ich es gelinde ausdrücken, widerlich. Besonders widerlich, falls das ein sinnvoller Ausdruck ist, ist sexuelle Belästigung jedoch am Arbeitsplatz. Wegen des Machtgefälles, welches – in diesem Fall unabhängig vom Geschlecht – alleine schon gegeben ist durch die berufliche Hierarchie.

Bevor ich mich diesem Thema aktiv zuwandte, um diesen Text zu verfassen, dachte ich, ich hätte damit glücklicherweise noch nie Erfahrungen gemacht. Doch je tiefer ich in meinem Gedächtnis grub, desto fündiger wurde ich. Mir wurde klar: Es war nicht so, als hätte ich nie etwas Derartiges erlebt – ich sperrte es einfach ganz tief weg, um mich selbst nicht mehr damit konfrontieren zu müssen.

Es begann bereits in Schul- und Uni-Zeiten: Ein Lehrer, der bei einer Zufallsbegegnung außerschulisch im besoffenen Zustand mit mir rummachen wollte, ein Dozent, der meine (fachbezogenenen) Mails spät abends mit dem Kommentar "Jetzt, wo ein langer Arbeitstag geschafft ist, bist du die Nummer Eins auf meiner privaten To-Do-Liste, zwinker" beantwortete. Später dann mein Chef in einem der Nachtclubs, in denen ich hinter der Bar stand, der mich zugedröhnt nach der Schicht mit zu sich nach Hause nehmen wollte. Mehrmals.

Denke ich heute darüber nach, kitzelt der Würgereiz schon in meiner Kehle. Daher suchte ich den Dialog mit euch, fragte euch nach euren Geschichten... und war erschüttert von ihnen. Lasst sie uns anhören.

Cover Das unbequemste Interview mit Domina Manuela Freitag
11.09.2021
Das unbequemste Interview mit Domina Manuela Freitag

Vor Interviews bin ich selten nervös. In den letzten Jahren interviewte ich zahlreiche Menschen – unbekannt, bekannt, berühmt. Heute ist irgendetwas anders, mein Herz klopft schneller als sonst, als ich auf den Anruf warte.

Den Anruf von Manuela Freitag, 57 Jahre alt, dienstälteste Domina auf Hamburgs berühmter Herbertstraße. Am 3. September erschien ihr erstes Buch "Herbertstraße. Kein Roman". 286 Seiten voller ungeschönter Wahrheiten über das Leben einer Frau, das viele als unkonventionell beschreiben würden:

Manuela prostituiert sich im zarten Alter von nur 12 Jahren, gelockt von der Aussicht auf großes Geld und den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben. Irgendwann reißt sie sich von Zuhältern und Freiern los, wird Domina.

Mein Herz klopft schneller, weil ich es nicht erwarten kann, zu erfahren, welche Seele sich hinter dem Lack und Leder verbirgt. Dass Frauen in dieser Branche heute noch immer von der Gesellschaft verstoßen und verurteilt werden, möchte ich nicht akzeptieren. Und als der Anruf endlich kommt und ich den Hörer abnehme, stelle ich schnell fest: Diese Frau ist stark. Furchtlos. Klug. Hat ein gutes Herz. Und nimmt kein Blatt vor den Mund – gar keins.

Hier kommt das unbequemste Interview mit Manuela Freitag.

Cover Warum Selfcare zu stark romantisiert wird – und was es eigentlich bedeutet
19.09.2021
Warum Selfcare zu stark romantisiert wird – und was es eigentlich bedeutet

Selfcare, Selflove, Me Time.

Schlagwörter, die uns in der heutigen Zeit überall entgegenspringen. Ob auf Instagram, Pinterest und Co., Gesprächen mit unseren Liebsten, in Netflix-Serien oder Zeitschriften: Der Akt des sich selbst Liebens gilt als Maxime des Erwachsenseins. Ein Akt, der meist ziemlich romantisiert wird. Wir sehen Schaumbäder, Kuscheldecken, Duftkerzen und Pizza, die im Bett gegessen wird, während zum 6. Mal "Friends" auf dem Laptop läuft und die Vorhänge zugezogen sind. Ein schönes Bild, zweifelsfrei. Aber auch ein Bild, das irgendwie nicht ganz vollständig ist. Und vielleicht nicht unbedingt immer zum Ziel führt.

Cover Dear Diary, Seite 2: Ich fühle mich einsam
17.08.2021
Dear Diary, Seite 2: Ich fühle mich einsam

Die längste Zeit sträubte ich mich dagegen, zu sagen, dass ich mich einsam fühle. Einsam, das ist was für Loser. Ich bin kein Loser. Ergo kann ich auch nicht einsam sein. Es passte nicht in mein Bild der emanzipierten, selbstständigen und ehrgeizigen Frau, die sich doch immer damit rühmt, zu sagen, wie gerne sie alleine sei, wie gut sie mit sich klarkäme. Und das tue ich. Wirklich. Ich liebe mich, und es ist das vermutlich größte Geschenk, das ich mir je selbst gemacht habe, zu dieser Erkenntnis zu kommen. Und dennoch sage ich es jetzt, ja, ich sage es zum ersten Mal laut, obwohl es sich unbequem anfühlt, ich sage es, weil nur im Widerstand Wachstum liegt: Ich fühle mich einsam.

Cover Das unbequemste Interview mit Willy Iffland
28.07.2021
Das unbequemste Interview mit Willy Iffland

Gäbe es ein männliches Pendant zu Carrie Bradshaw aus "Sex and the City" – "There was a woman who lived in a shoe" – in Leipzig statt New York, es hieße Willy Iffland. Gut, dieser sammelt keine High Heels, sondern Sneaker, und muss trotz dieses Lebensstils auch nicht überlegen, wie er seine nächste Miete bezahlen kann, denn der 31-Jährige gehört zur Top-Liga der deutschen "Sneaker-Bubble". Einer Welt, die für Außenstehende, die mit ihrem BILLY Schuhregal von Ikea ganz gut über die Runden kommen, völlig ungreifbar wirkt, irgendwie auch bizarr. Aber auch einer Welt, die richtig spannend wird, sobald man in sie eintaucht. Wir haben mit dem Content Creator, Ex-Wahl-Berliner und Agentur-Co-Gründer – dem mittlerweile 250.000 Menschen auf Instagram folgen – über seinen vor 10 Jahren entstandenen Schuhtick gesprochen. Hier kommt das unbequemste Interview mit Willy Iffland.

Cover 6 überbewertete Sex-Szenen, die nur in Filmen richtig geil sind
10.08.2021
6 überbewertete Sex-Szenen, die nur in Filmen richtig geil sind

Irgendein gerade so zufrieden stellendes Liebesdrama. Ich sitze mit meiner besten Freundin auf der Couch. Die beiden Protagonist:innen haben sich wegen irgendeiner Lappalie in den Haaren, es wird diskutiert, geschimpft, wild gestikuliert. Die hitzige Anspannung zwischen beiden schlägt auf einmal um in Geilheit. Und ehe wir uns versehen, läuft er auf sie – die zufällig mit dem Rücken zur Wand steht – zu, drückt sie gegen gegen den harten Stein, streift ihr Kleid nach oben, hebt sie hoch und stößt in sie hinein. Klassischer Wallfuck. Aus meiner Freundin und mir sprudelt es nahezu gleichzeitig hinaus: "So ein Bullshit, das machen die immer nur in Filmen!"

Cover Lustkiller Lockdown
08.07.2021
Lustkiller Lockdown

"Sex in einer Beziehung ist nicht alles, aber eine Beziehung ohne Sex ist nichts." So oder so ähnlich lautet eine weitläufig bekannte Philosophie unserer Gesellschaft. Wer offen zugibt, länger mal auf dem Trockenen zu sitzen, wird oft mit mitleidigen Blicken bombardiert, als läute das ganz klar das Ende der Beziehung ein. Nun schlagen wir uns aber seit knapp 1,5 Jahren mit einer weltweiten Pandemie rum. Monate über Monate verbrachten wir im Lockdown. Und der brachte in so einigen Haushalten alles hoch. Alles – außer einer starken Libido.

Cover Diagnose Endometriose – zwischen Erleichterung und Verzweiflung
18.06.2021
Diagnose Endometriose – zwischen Erleichterung und Verzweiflung

Ich habe so lange darauf hingefiebert. Auf diesen einen Eingriff, der endlich Klarheit bringen soll. Der Tag ist gekommen. Und als ich zuhause am Morgen der Operation unter der Dusche stehe, fließen die Tränen einfach so aus mir heraus. Ich habe Angst. Schreckliche Angst vor einer Diagnose, die längst überfällig war. Als ich einige Stunden später aus der Narkose aufwache, stellt sich heraus: Die Angst war berechtigt.

Cover 5 Dinge, die ich aus meinen Beziehungen gelernt habe
01.06.2021
5 Dinge, die ich aus meinen Beziehungen gelernt habe

Let's be honest: Love can be a fucking battlefield. Nicht grundlos erhalten wir ganze 795 Millonen Google-Einträge, wenn wir "Relationships" in die Suchleiste hacken. Nicht umsonst wurden bis dato um die 100 Millionen Bücher über die Liebe verfasst. Nicht umsonst handelt jeder 2. Song weltweit genau davon. Beziehungen können vieles sein, nein alles – schön, bereichernd, harmonisch, herausfordernd, oder auch toxisch, missbräuchlich, unerwidert, unausgeglichen. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Ob sie scheitern oder nicht, sie lehren einen so, so viel. Hier kommen 5 Lektionen, die bei mir am stärksten hängengeblieben sind.

Cover Leben mit Lipödem: Zia (28) über eine Krankheit, die das Leben schwer macht
24.07.2021
Leben mit Lipödem: Zia (28) über eine Krankheit, die das Leben schwer macht

(Triggerwarnung: Der Artikel zeigt weiter unten ein Bild aus dem OP.)

Knapp 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einem Lipödem, darunter fast nur Frauen. Die Dunkelziffer wird viel höher geschätzt. Bei der krankhaften Fettverteilungsstörung verspüren Betroffene Symptome wie extreme Schmerzen und unkontrollierte Gewichtszunahme in Armen und Beinen, wuchernde Fettpolster, Erschöpfung und Abgeschlagenheit. Ohne Aussicht auf Heilung. Obwohl die Krankheit weit verbreitet ist, wird sie doch nicht offen thematisiert und ist noch immer nicht vollständig erforscht. Aus diesem Grund unterhielt ich mich mit der Hamburgerin Zia, die sich nach langem Leidensweg jetzt zum zweiten Mal unters Messer gelegt hat, um ihre sprichwörtlichen Lasten loszuwerden.

Cover Dear Diary, Seite 4: Heute ist ein Tag wie jeder andere
24.02.2022
Dear Diary, Seite 4: Heute ist ein Tag wie jeder andere

Heute ist ein Tag wie jeder andere. Der Wecker klingelt um 7.00 Uhr, genau wie an jedem anderen Tag. Dieselbe Uhrzeit, dasselbe Szenario: Schlummern. Schlummern. Schlummern. Mein Freund ist genervt davon, dass meine Hand und der Snooze-Button meines Weckers eine so innige Beziehung führen, ich bin genervt davon, dass es ein Tag ist wie jeder andere. Kurz vor 8 stehe ich auf, mich trifft die immer wiederkehrende Erkenntnis: Ich hab mir eine Stunde potentiell friedlichen Schlaf geraubt. 

Der Blick in den Spiegel, ein kurzer Anflug von „Ihgitt“, bis sich die Kissenabdrücke auf meiner Stirn entknittert haben, das Gesicht gewaschen, die Zähne geputzt, die Haare gebürstet sind. Ich werde heute nicht das Haus verlassen, glaube ich. Zumindest nicht, weil es dafür einen triftige Grund gibt. Außer für den Einkauf oder den kurzen Spaziergang um den Block, zu dem mein schlechtes Gewissen mich spätestens zur Mitte der Woche veranlasst. Trotzdem schminke ich mich. Einerseits rede ich mir ein, dass mir das gut tut, andererseits empfinde ich, dass das von mir verlangt wird. Von wem auch immer. 

Cover Das unbequemste Interview mit Liberta Haxhikadriu
20.02.2022
Das unbequemste Interview mit Liberta Haxhikadriu

Wer in oder um Hamburg herum lebt und Sozialen Medien nicht gänzlich fremd ist, der kommt kaum an ihr vorbei. 164 Zentimeter geballte Energie gepaart mit albanischem Feuer und einer kleinen Prise selbstironischem Alman-Dasein: Liberta Haxhikadriu ist nicht nur eine der beliebtesten Influencerinnen des Landes, sie ist auch noch viel mehr – Podcasterin, Moderatorin, Model, Sprecherin, Multitalent in jeder Hinsicht. Noch dazu schön und unfassbar witzig. Klar!

Geboren im Kosovo, aufgewachsen an der Ostsee, heute in Hamburg. Wer Stories à la "Hallo, meine Lieben" und Rabatt-Codes für jeden Mist erwartet, kommt bei der 31-Jährigen nicht auf seine Kosten. Sie ist das beste Beispiel dafür, dass Influencen nicht gleich Cringe bedeutet und dass hinter dieser Berufsbezeichnung – entgegen der immer noch vorherrschenden Annahme des Normalos – verdammt viel Arbeit, Konzept und Disziplin stecken.

Speaking of: Wo Influencer oder Content Creator sind, sind auch Schubladendenken und Vorurteile nicht fern. Und genau diese servieren wir Liberta heute im unbequemsten Interview auf dem Silbertablett.

Bon Appétit!

Cover Art Meets Education – ein Bildungsprojekt mit Herz
Cover Fritz Meise – der eher ungewöhnliche Gründer
26.08.2021
Fritz Meise – der eher ungewöhnliche Gründer

Vor einigen Wochen erreicht mich ein Pressepäckchen der Marke VEDRA. Als ich es öffne, erwartet mich eine weiße kleine Karton-Schachtel, die im ersten Moment aussieht wie eine Parfüm-Verpackung. Ich nehme den Deckel ab und sehe einen Glasflakon mit milchig-weißiger Flüssigkeit darin. Darauf die Lettern "THE ESSENTIAL". Was erneut daherkommt wie ein teurer Duft, den man gerne auch als Deko-Element im eigenen Apartment ausstellt, ist in Wahrheit Gleitgel. Gleitgel mit CBD. Ich bin im ersten Moment etwas verwirrt. Gleitgel kenne ich bisher nur in billigen, länglichen Plastik-Behältern, die designt sind wie meine Power-Point-Präsentationen aus der 8. Klasse.

Das hier jedoch ist sexy. Ästhetisch. Erwachsen. Duftet kaum. Macht Lust auf mehr. Das Gesicht dahinter? Fritz Meise. Ein 25-jähriger gebürtiger Bremer, der sich irgendwann letztes Jahr dachte: Gleitgel kann ich besser.

Cover Sie und ich, irgendwann
03.03.2022
Sie und ich, irgendwann

Irgendwann, eines vergangenen Winters:

Ich hab sie eine ganze Weile schon nicht mehr gesehen. Wobei, eigentlich stimmt das nicht ganz. Wir führen irgendwie eine Art Fernbeziehung – immer dann, wenn die eine die andere braucht, finden wir Wege, uns zu sehen, wenn auch nur für einen Moment. So ist das in Beziehungen, die über Jahre, fast Jahrzehnte hinweg bestehen: Man muss nicht in stetigem Kontakt stehen, um zu wissen, dass man füreinander da ist, richtig? Es ist Winter, die Tage sind kurz, die Nächte dunkel und kalt. In mir aber, da ist es hell, die Welt dreht sich in einem Tempo, das mir gut gefällt, wir sind im selben Takt, gehen im Gleichschritt. Ich glaube, es ist einer der schönsten Winter, die ich erlebe, auch wenn die Umstände das nicht sind.

Cover SMT – ein Label, das Female Empowerment sichtbar macht
14.07.2021
SMT – ein Label, das Female Empowerment sichtbar macht

Profisportler haben nichts anderes im Kopf als ihren Sport. Könnte man meinen. Im Falle von Sid-Marlon Theis, Basketballer aus Hamburg, ist dem nicht so. Der Horizont des 28-Jährigen beschränkt sich bei Weitem nicht nur auf Körbewerfen – auch sein Faible für Kunst begleitet den Hamburger von kleinauf. Es wurde ihm quasi in die Wiege gelegt – von seiner Mutter. Diese Liebe zur Kunst, und zu ihr, zeigt sich nun in Theis' eigener Fashion Brand: SMT.

Cover Das unbequemste Interview mit Hanna Wilperath
12.06.2021
Das unbequemste Interview mit Hanna Wilperath

Samstagmorgen in der Hafencity. Wir treffen Hanna Wilperath. Eine 28-jährige Kölsche Frohnatur, die es mittlerweile nach Hamburg verschlagen hat. Das Curvy Model ist nicht nur eine Augenweide und super-erfolgreich, sondern auch nicht darum verlegen, Tacheles zu reden. Genau deswegen haben wir uns am Hamburger It-Spot Surfkitchen auf ein Brunch Date mit ihr verabredet. Neben Rührei-Avocado-Bagels, Acai-Bowls (instagrammable af) und Pancakes, die fast schon unverschämt gut aussehen und schmecken, steht auch noch etwas anderes auf dem Menü: das unbequemste Interview.

Cover Ein Fehler, den (wir Frauen) im Feminismus machen
24.09.2021
Ein Fehler, den (wir Frauen) im Feminismus machen

Eine kleine Anekdote aus meinem Leben: Als ich auf die Uni kam, um Modejournalismus zu studieren, begann für mich eine Reise, die mit weitaus mehr zutun hatte als mit dem Erlernen von journalistischen Darstellungsformen, Mode in all ihren Kontexten oder der Branche in all ihrer Schönheit und Hässlichkeit. Es begann vor allem eine Reise des inneren Konflikts: Wer bin ich und wer will ich sein? Zu wem will mich die Gesellschaft machen?

Feminismus wurde an dieser Hochschule großgeschrieben. Ich war überwältigt davon, wie hoch dieses Schild nicht nur von weiblich gelesenen Dozentinnen, sondern ganz besonders auch von männlichen gehalten wurde. Gut, dachte ich, es ist doch toll, dass dieser Ort und die Menschen an ihm so progressiv sind. Es dauerte nicht lange, bis diese Fassade zu bröckeln begann. Und das beschätigt mich noch immer nachhaltig. Ich erzähle euch, wieso.

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